Seychellen – Von Natur aus kostbar
Heute leben etwa 82.000 Menschen auf den acht ständig bewohnten Inseln der Seychellen, 90% davon auf der größten Insel Mahé, der Rest auf den kleineren Eilanden der Umgebung, wie Praslin, La Digue und Silhouette. Doch überall, auch auf dem stark bevölkerten Mahé, ist es keine Schwierigkeit, nahe beim Hotel einen Streifen weißen, weichen Strand zu finden, an dem Sie allein sind. Selbst der beliebteste Strand Mahés, der Beau Vallon Beach mit seinen drei mittelgroßen Hotels präsentiert sich so, wie man sich einen tropischen Strand vorstellt: eine weite blaue Bucht, von einem weißen Strand umgeben, strahlend blaues, klares Wasser, weicher, feiner, silbrig glänzender Sand und dahinter bis zu 900 m hoch aufragende, mit tropisch-grünen Wäldern bewachsene Berge. Der Strand ist so lang und die Bucht so groß, dass die Wasserski fahrenden und surfenden Touristen den einheimischen Fischerbooten nirgends im Weg sind.
Kinder sitzen im Sand und sammeln Tec-Tec-Muscheln, aus denen die Mutter eine Suppe bereitet, während wenige Meter daneben Gäste aus Europa ihr Sonnenbad nehmen. Von der Hotelterrasse aus können Sie andere Kinder beobachten, wie sie, mit einem Stock bewaffnet, auf den Korallenriffen umhergehen, um einen Oktopus aus seinem Versteck zu holen, aus dem ein köstliches Curry gekocht wird. Die Gäste und die Seychellois wohnen und leben friedlich miteinander. Es gibt keine Bettler und keine aufdringlichen Strandhändler – eine der Besonderheiten, durch die sich die Seychellen angenehm von anderen tropischen Urlaubsgebieten unterscheiden.
Auf dem Weg vom Flughafen nach Victoria, der kleinsten Hauptstadt eines selbständigen Staates, bekommen Sie einen Eindruck vom Leben auf den Seychellen. Sie sehen kleine, meist von eingewanderten Indern geführte Läden, Frauen, die ihre Wäschebündel auf dem Kopf zur Waschstelle tragen, klare Bäche, die von den Bergen herunter ins Meer fließen, Bananenstauden und Kokospalmen rechts und links der Straße.
Victoria verdient nach europäischen Maßstäben nicht die Bezeichnung ›Stadt‹; es ist eher ein beschauliches Dorf, das morgens zwischen 7 und 8 Uhr und abends zwischen 16 und 17 Uhr von den hereinströmenden und wieder hinausfahrenden Angestellten der Büros und Geschäfte überschwemmt wird. Man findet hier passabel ausgestattete Läden, einen lebendigen Markt und als architektonische ›Attraktion‹ eine Miniaturnachbildung des Uhrenturms Big Ben in London (ein ähnliches Modell steht auch an der Vauxhall Bridge Road in London). Neben den Restaurants, die kreolisches Essen anbieten, finden Sie solche vieler anderer Nationalitäten. Chinesische und indische Küche können ohnehin als einheimisch gelten. Neuerdings haben auch italienische, französische und sogar japanische Restaurants eröffnet. Die Westküste von Mahé ist weit weniger bewohnt und von unglaublicher natürlicher Schönheit.
Je weiter man in den Süden fährt, desto unberührter werden die Strände, von denen einige zu den schönsten der Erde zählen.
Alle Segnungen unserer Zivilisation können Sie hinter sich lassen, wenn Sie mit einem Segelschoner oder mit dem Flugzeug zu den Nachbarinseln Praslin und La Digue übersetzen. Diese Eilande wurden von frühen, bibelfesten Entdeckern für den Garten Eden gehalten. Es gibt dort auch heute nur wenige Autos, viele Häuser besitzen kein elektrisches Licht. Die Bungalow-Hotels verlieren sichan langen, weißen Stränden. Wem das noch nicht genug an Unberührtheit und Ruhe ist, der kann die ganze Insel Félicité (östlich von La Digue) mit ihrem 6-Zimmer-Luxushotel mieten. Bei Kerzenlicht wird das Essen in den stillen Bungalows oder am Strand serviert. Schwerer erreichbar sind die vielen Inseln außerhalb der Seychellen-Hauptgruppe. Regelmäßige Verbindungen mit Air Seychelles gibt es nach Bird Island, Denis Island, Frégate, Desroches und Alphonse, mit dem Hubschrauber nach Silhouette und Cousine. Auf diesen Inseln lebt jeweils nur eine Handvoll Seychellois, um die Gäste der Bungalow-Hotels zu versorgen, Gemüse anzubauen und Kokosnüsse zu ernten. Ansonsten gehören die Inseln und ihre unberührte Natur den wenigen Gästen allein.
Wer kulturelle Sensationen und ausgefallene Abwechslung sucht, ist auf den Seychellen am falschen Urlaubsort. Außer ein paar Discos, ein paar Bands, die am Abend in den Hotelbars spielen, und drei Spielkasinos wird keine Abendunterhaltung geboten. Die Seychellen sind – Gott sei Dank – kein Ferienparadies wie die allseits bekannten und gefürchteten Badeorte rund um das Mittelmeer. Und es scheint, als ob sie dies auch so bald nicht werden würden.
Auf den Inseln gibt es keine Giftschlangen, keine giftigen Insekten, keine Malaria-übertragenden Moskitos und keine gefährlichen Raubtiere. Taucher schwören, dass hier sogar die Haie friedliebend sind. Das ganze Jahr herrscht die Witterung eines warmen mitteleuropäischen Sommertages und eine angenehme Brise, die für Kühlung sorgt. Selbst in der Regenzeit ist es ungewöhnlich, wenn die Sonne mehr als zwei Tage hinter den Wolken verborgen bleibt. Die Tauchgründe zählen zu den besten der Welt, die Fischbestände sind nicht von der Großfischerei dezimiert. Die wenigen einheimischen und die für ein paar Wochenangereisten Sportfischer halten eine Reihe von Weltrekorden.