Staatsaufbau
Die Verfassung der Republik Seychellen vom 18. Juni 1993 ist am englischen Westminster-Modell ausgerichtet. Präsident Michel ist gleichzeitig Regierungschef. Er leitet ein Kabinett von sieben Ministern und ist selbst Minister für Verteidigung, Inneres und Finanzen. Das Parlament besteht aus 34 Abgeordneten, die für eine Amtsperiode von fünf Jahren gewählt werden. 25 Abgeordnete werden in 25 Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt, neun Abgeordnete nach dem Verhältniswahlrecht. Die Justiz ist formal unabhängig; der Präsident ernennt die Richter des Verfassungsgerichts. Das Rechtssystem beruht auf englischem und französischem Recht.
Übergang zu einem Mehrparteiensystem
Mit der Ablösung der Einparteienherrschaft und der Einführung eines Mehrparteiensystems Anfang der neunziger Jahre haben die früher sozialistisch orientierten Seychellen den Anschluss an die politische Reformentwicklung in zahlreichen Ländern des afrikanischen Kontinents gefunden. Der Übergang zu einem Mehrparteiensystem verlief friedlich.
Präsidentschaftswahl im Juli 2006
Die Präsidentschaftswahlen im Juli 2006 wurden zum zweiten Mal getrennt von Parlamentswahlen durchgeführt. James A. Michel, der Präsidentschaftskandidat der amtierenden Regierungspartei SPPF erhielt 53,73% der Stimmen, für Wavel Ramkalawan von der SNP stimmten 45,71% der Wahlberechtigten; 0,56 % der Stimmen entfielen auf den unanhängigen Kandidat Philippe Boullé.
Politische Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland
Die bilateralen Beziehungen sind harmonisch und freundschaftlich. Knapp 20 000 deutsche Touristen besuchen jährlich die "Traumstrände" der Inselrepublik und gehören damit zu den wichtigsten Devisenbringern des Landes. Als einziges westliches Land hatte Deutschland den Demokratisierungsprozess Anfang der neunziger Jahre durch die Entsendung eines Verfassungsexperten und technische Wahlhilfe substantiell unterstützt.
Entwicklungspolitische Zusammenarbeit
Angesichts des im Vergleich zu Subsahara-Afrika hohen Pro-Kopf-Einkommens ist eine finanzielle und technische Zusammenarbeit über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) nicht mehr vorgesehen.
Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Nairobi fördert über einen Kleinstprojektfonds gezielt innovative Maßnahmen in den Bereichen Erziehung, Gesundheit und Ressourcenschutz.
Im Rahmen eines Sporttrainingsprogramms wurden mehrfach Fußball- und Handballtrainer zu Fortbildungsmaßnahmen nach Deutschland eingeladen